Terra Preta – Schwarze Erde für Gärtner

Die hochwertige Pflanzenerde Terra Preta stammt ursprünglich aus dem Regenwald im Amazonasgebiet, wo Wanderfeldwirtschaft mit Brandfeldbau betrieben wurde, genauer: in den südamerikanischen Ländern Kolumbien, Brasilien, Französisch-Guayana, Ecuador und ehemaligen, flussnahen Siedlungsgebieten der Indios. Diese schwarze Erde ließ Forscher zunächst rätseln: Denn trotz des dortigen Klimas, das die Erde normalerweise nährstoffarm und karg werden lässt, findet man in dieser schwarzen Erde eine äußerst humusreiche und fruchtbare Erde.

Diese schwarze Erde entstand jedoch nicht auf natürliche Art und Weise, sondern als jahrhundertelange Bewirtschaftungsleistung der indianischen Hochkulturen, welche im Amazonasbecken wohnhaft waren; daher kennt man sie auch unter dem Begriff ’schwarze Indianererde‘. Sie werteten ihre Felder periodisch mit Holz- und Pflanzenkohle auf und mischten zudem fermentierte und kompostierte Pflanzenreste, menschliche Fäkalien, Mist, gelegentlich auch Knochen wie Fischgräten und Tonscherben darunter. Dies verleiht der schwarzen Erde einen bis zu fünffach höheren Kohlenstoff- und Stickstoffgehalt sowie einen bis zu siebenmal höheren Phosphor Anteil als normaler Gartenerde.

Was ist Terra Preta?

Mit Terra Preta oder Indianer-Schwarzerde Amazoniens (portugiesisch für ’schwarze Erde‘) wird ein äußerst fruchtbarer, schwarz gefärbter Boden bezeichnet, der aus einem Gemisch aus Pflanzen- und Holzkohle, Asche, Dung, menschlichen Fäkalien, Küchenabfällen, Tonscherben und manchmal auch Fischgräten besteht.

Während die ursprüngliche Heimat im Amazonasgebiet liegt, findet man die schwarze Erde auch in anderen Regionen wie in Afrika (Sierra Leone, Ghana, Guinea, Liberia), in Südostasien wie Indonesien oder auch Europa (Schweden und Deutschland). Die Schwarzerdenböden wurden ursprünglich zwischen 700 und 1000 n. Chr. von Indios angelegt, da in diesem feuchten, tropischen Gebiet wegen den hohen Temperaturen eine sehr rasche Verwitterung und Mineralisierung stattfindet und Nährstoffe selten über längere Zeit in der Erde gespeichert werden konnten. Den wichtigsten Inhaltsstoff bildet hierbei die Holzkohle – auch Biokohle genannt -, welche aufgrund ihres langsamen Abbaus die Stabilität und den Nährstoffspeicher der Erde aufrechterhält. Unter Pflanzen- oder Biokohle versteht man jegliches zu Kohle verbranntes, organisches Material, wie auch Stroh, Ernterückstände, Rinde oder auch feuchte Küchenabfälle. Interessant ist sie auch, weil sie ähnlich wie Humus wirkt und in der Erde über Jahrtausende hinweg kaum chemisch oder biologisch abgebaut wird.

Durch ihre Zusammensetzung kann die Schwarzerde sehr hohe Mengen an Nährstoff und Kohlenstoff speichern und weist dadurch eine enorme Bodenfruchtbarkeit auf, welche ausgezeichnete Bedingungen in der Landwirtschaft in feuchten Regionen wie den Tropen bietet und damit ihre landwirtschaftlichen Erträge steigert.

Aufgrund dieser Eigenschaften und der Tatsache, dass kein zusätzlicher Kunstdünger benötigt wird, wird die Schwarzerde gerade auch von europäischen Hobbygärtnern als Wundererde tituliert zumal sie durch Nutzung regenerative Substanzen auch zum Klimaschutz beiträgt. Denn infolge der porösen Struktur der enthaltenen Biokohle kann sie mit Nährstoffen bereichertes Wasser wie ein Schwamm aufsaugen und diese sowie die Feuchtigkeit langfristig in der Erde speichern. Diese Stoffe können anschließend von den Wurzeln je nach Bedürfnis aufgenommen werden und aufgrund der hohen Wasserspeicherfähigkeit auch längere Dürrephasen leichter überwinden. Die Hohlräume der enthaltenen Biokohle können zudem vielfältige Lebensgemeinschaften von Mikroorganismen geschützt beherbergen, sodass sie auch Dürrephasen und Nährstoffmangel überstehen können.

All dies macht den Einsatz der Schwarzerde hierzulande ebenfalls sehr gefragt, da unsere Böden einen sehr geringen Anteil an Kohlenstoff aufweisen (0,5 – max. 5 %), während die schwarze Erde bis zu 15 % organischen Kohlenstoff (Humus) fasst.

Es ist durchaus möglich unsere Erde wie die Indianer-Schwarzerde aufzubereiten, sodass diese am Ende eine ähnliche bis gleiche Beschaffenheit aufweist. In schwarzer Erde angebautes Obst, Gemüse und Schnittblumen können nach der Ernte auch deutlich länger gelagert werden. Des Weiteren weisen auf diese Weise angebaute Pflanzen nicht nur einen höheren Wert an pflanzlichen Inhaltsstoffen und reichhaltigen Spurenelementen auf, sondern ihr Verzehr ist auch um einiges gesünder für uns Konsumenten.

Wie verwende ich Terra Preta richtig?

Die Verwendung der schwarzen Erde ist relativ einfach: Sie kann entweder pur oder in Mischungen aus Erde oder Kokosfasern, im Außenbereich sowie in Innenräumen benutzt werden. Hierbei kann man sie je nach momentaner Fruchtbarkeit, Beschaffenheit und Feuchtigkeit des eigenen Bodens 1:1 bis 1:10 der Gartenerde beimischen und direkt darauf Samen aussäen oder Jungpflanzen einpflanzen.

Generell wird beim Ersteinsatz der schwarzen Erde empfohlen 5-20 Liter Schwarzerde je Quadratmeter des Beetes oberflächlich einzuarbeiten. Falls man lediglich die eigene Blumenerde für Balkonkästen oder Topfpflanzen verbessern möchte, sollte man sie im Verhältnis 1:3 mischen. Bei Neupflanzungen hingegen, kann man sie direkt ins Pflanzloch geben und ein wenig mit der eigenen Blumenerde mischen. Pflanzen, die saure Erde mögen (Azaleen, Heidekraut, Rhododendren, Heidelbeeren und Farne), profitieren nur von der schwarzen Erde, wenn sie in eher geringem Verhältnis der Gartenerde beigemischt wird.

Terra Preta im Hochbeet

Terra Preta im Hochbeet

Welche Vor- und Nachteile hat Terra Preta?

Da die meisten Vorteile der schwarzen Erde weiter oben bereits detailliert erläutert wurden, möchten wir an dieser Stelle lediglich eine Auflistung ihrer Vor- und Nachteile platzieren.

Vorteile:

  • sehr humusreich: höherer Anteil an organischem Kohlenstoff (bis zu 5 x mehr), Stickstoff (5 x mehr) und Phosphor (7 x mehr)
  • es wird kein zusätzlicher Kunstdünger benötigt
  • dank enthaltener Biokohle:
  • Wasser, Nährstoffe und Kohlenstoff werden in höheren Mengen und viel länger gespeichert
  • bessere Wasser- und Luftdurchlässigkeit
  • hohe Bodenfruchtbarkeit: landwirtschaftliche Erträge können gesteigert werden

Nachteile:

  • heutige, fertig erwerbbare Schwarzerde hat mit der Ur-Terra-Preta eigentlich nur noch die Biokohle gemein à beim Kauf weiß man jedoch nicht genau, was man erhält. Die Qualität der enthaltenen Biokohle ist enorm wichtig.

Anleitung zum selbst herstellen

Terra Preta selber herstellen ist relativ einfach, sie braucht jedoch ihre Gärungs- und Ausreifungszeit.

Um die schwarze Erde selber machen, braucht man zunächst einmal genügend Platz, wie einen eigenen Garten oder ein Grundstück mit Erde, wo man optimalerweise eigenen Kompost anbaut. Alternativ dazu kann man die eigenen Küchen- und Gartenabfälle in luftdichten Eimern –beispielsweise in einem Bokashi Küchen Komposter – sammeln, woraus ebenfalls qualitätvoller Kompost entsteht.

Bei der Herstellung von Terra Preta muss man auch auf die Temperatur achten. Sie kann aufgrund der im Kompost enthaltenen Mikroorganismen nur bei Temperaturen über 10 °C hergestellt werden, weshalb man hierzu die Monate April bis Anfang November empfiehlt.

Man stellt Terra Preta durch die Beimischung der Biokohle her, welche erst durch den Kompost aktiviert wird. Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten, da ein zu hoher Anteil davon sich negativ auf den Boden auswirken kann. Daher sollte man den eigenen Kompost nicht mit mehr als 10-15 % zerriebener Biokohle und Gesteinsmehl sowie effektiven Mikroorganismen und einem Bodenaktivator vermischen. Fertige Mischungen aus Mikroorganismen, Gesteinsmehl und Biokohle können jedoch auch einfach im Gartenfachhandel erworben werden.

Nachdem alle genannten Zutaten in einem luftdichten Eimer vermischt wurden, schließt man den Deckel und gießt den entstehenden Dünger regelmäßig über den Bokashi-Hahn ab. Diesen Dünger unbedingt für spätere Nutzung aufbewahren.

Nach ca. 2-3 Wochen an einem warmen Ort ist die Gärzeit beendet und die entstandene Erde einsatzbereit. Die neue Erde einfach auch den eigenen Beeten verteilen und ca. 5 cm tief einarbeiten. Nach ca. einem halben Jahr ist die eigene Terra Preta optimal ausgereift und für eine Bepflanzung bereit.

Für weitere Informationen schaut euch dieses Buch an:

Natürlich gärtnern mit Terra Preta: Praxiswissen für Garten, Hochbeet und Balkon“ von Caroline Pfützner, das auf Amazon erhältlich ist und von Kunden ausschließlich mit 5 oder 4 Sternen bewertet wurde. Enthalten sind nicht nur allgemeine Informationen über und Vorteile der Indianer-Schwarzerde, sondern auch deren Zutaten und selbständige Herstellung. Des Weiteren werden auch zusätzliche Informationen zur Anwendung von Bokashi, der schwarzen Erde und Dünger gegeben. Zusammengefasst berichten Kunden, dass es nicht nur fachlich korrekt, detailliert und anschaulich, sondern auch für Gärtner-Laien leicht verständlich verfasst wurde und somit auch für alle Hobbygärtner geeignet ist.

Wo kann man Terra Preta kaufen? Die besten Angebote:

Um sich die etwas langwierige selbständige Herstellung zu sparen, kann man natürlich auch auf gekaufte Indiander-Schwarzerde zurückgreifen. Hierzu möchten wir die besten drei Angebote von Amazon vorstellen.

Terra Planta

Kundenmeinung & Erfahrungen:

Dieses Produkt wurde von Amazon-Kunden ausschließlich mit 5 Sternen bewertet, da es vergleichsweise günstig ist, die Gebrauchsanweisung klar ist, es auch lehmige Gartenböden auflockert, keine zusätzliche Düngung benötigt und ein prächtiges Gedeihen oder Regeneration der Pflanzen bewirkt.

Neudorff Terra Preta Bodenaktivator

Kundenerfahrung:

Zusammengefasst berichten Kunden, dass sie dank dem Bodenaktivator eine viel höhere Ernteerträge bei ihren Tomaten, Paprika, Zucchini und Chili erzielen konnten und zwar ohne zusätzlich düngen zu müssen. Des Weiteren lobten sie, dass der Boden auch länger feucht bleibt und sich das Produkt auch bestens zur Rasenpflege eignet. Viele empfehlen ihn weiter und werden ihn auch in Zukunft weiterverwenden.

Palaterra Beet&Garten

Kundenmeinungen:

Die Kunden, welche diesen Bio-Bodenaktivator erworben haben, erfreuen sich über gesündere und kräftigere Triebe, mit farbenprächtigeren Blüten, welche länger erhalten blieben. Einige benutzten ihn schon seit mehreren Jahren und würden ihn durch kein anderes Produkt ersetzen, da es regional und nachhaltig produziert wurde sowie torffrei ist.

Fazit:

Terra Preta bietet als Pflanzenerdenkonzentrat die perfekte Grundlage für einen gesunden Gartenboden, da man mit ihr nicht nur die Fruchtbarkeit der Erde steigern kann – ganz ohne Torf -, sondern auch die Ernteerträge. Sie ist um einiges resistenter gegen biologischen Abbau als andere Substanzen. So könnte sie auch bei der Bewältigung der heutigen Menschheitsprobleme helfen, indem unproduktive Erdböden durch die schwarze Erde belebt und für landwirtschaftlichen Anbau genutzt werden kann.

Quellen und interessante Links:

https://de.wikipedia.org/wiki/Terra_preta

https://www.t-online.de/heim-garten/garten/id_71245862/terra-preta-selbst-herstellen-nie-wieder-duengen.html

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/gartentipps/20401.html

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