Viele Menschen glauben an eine versteckte Kraft des Mondes. Unter ihnen befinden sich auch viele Gärtner, die nach dem Mondkalender säen, pflanzen und ernten. Dabei sollen die Mondphasen Einfluss auf Wachstum, Blütenpracht und Ernte nehmen. Konkrete wissenschaftliche Beweise für den Einfluss des Mondes auf das Pflanzenwachstum gibt es nicht. Dennoch besitzt der Mond eine gewisse Anziehungskraft, die sich vor allem an Ebbe und Flut des Meeres anschaulich bemerkbar macht. Wenn der Mond also Einfluss auf die Gezeiten nehmen kann, wieso sollte er dann nicht auch Einfluss auf Pflanzensäfte und somit auf das Pflanzenwachstum nehmen können?
Wesentliche Rolle beim Gärtnern spielt die Position des Mondes am Himmel. Diese wechselt stetig, da der Mond sich nicht in gleichbleibender Höhe bewegt. Manchmal steht er höher und manchmal tiefer zum Horizont. Tiefster Punkt ist dabei im Sternbild Schütze, von welchem er bis zum Sternbild Zwilling aufsteigt und danach erneut zum Sternbild Schütze absteigt. Es handelt sich dabei um einen sternenbezogenen Mondzyklus, der 27,3 Tage andauert. Er beginnt dabei mit dem Neumond, wird zum Vollmond und anschließend wieder zum Neumond. Dies ist abhängig von der konkreten Stellung zur Sonne.
Was ist ein Mondkalender?
Viele Gärtner richten sich nach einem Mondkalender, welcher auf dem siderischen (sternenbezogen) Mondzyklus beruht. In diesem Mondkalender werden die Größen der jeweiligen Sternbilder berücksichtigt. Während der Mond ganze vier Tage im Sternbild Jungfrau steht, verbleibt er nur eineinhalb Tage im Sternbild Waage. In dieser Zeit lenkt der Mond die jeweilige Kraft des Sternbildes auf die Erde. Zur Kraftübertragung nutzt er die vier bekannten Elemente Wasser, Feuer (Wärme), Luft (Licht) und Erde.
Zudem gibt es aber auch den astrologischen Mondkalender, der den Sternenhimmel in zwölf antike Tierkreiszeichen unterteilt. Diese sind jedoch gleich groß und berücksichtigen somit nicht die Verschiebungen. Aus diesem Grund können Blüten-, Blatt-, Wurzel- und Fruchttage der beiden Mondkalender voneinander abweichen. Die sogenannten Aussaat- und Erntetage weichen jedoch nicht voneinander ab, da es sich bei den beiden Mondkalendern um den gleichen Mondzyklus handelt.
Jeweils drei der zwölf Sternbilder/ Tierkreiszeichen gehören einer von vier Gruppen an, die sich nach den vier Elementen richten.
Zunehmender und abnehmender Mond
Der Mondkalender wird in zwei verschiedene Phasen unterteilt, die sich nach dem aufsteigenden oder absteigenden Mond richten. Symbolisch können die Phasen des Mondes mit dem Atmen der Erde verglichen werden. Während der Aufstiegsphase atmet die Erde also aus und die Pflanzensäfte werden vom Mond angezogen. Sie verteilen sich dabei in den oberen Pflanzenteilen und ermöglichen zum Beispiel die Ernte von Obst. Denn wenn die Früchte guten Pflanzensaft enthalten, sind sie länger haltbar und weniger anfällig für Schädlinge.
Atmet die Erde während der Abstiegsphase des Mondes jedoch aus, verteilen sich Nährstoffe und Wasser in den unteren Pflanzenteilen. Es handelt sich dabei um Blatttage bei absteigendem Mond. In dieser Zeit kann zum Beispiel Wurzelgemüse geerntet, ein Heckenschnitt, Aussaaten oder verschiedene Pflanzenarbeiten vorgenommen werden.
Die beste Zeit zum Unkraut jäten oder Rasen mähen ist jedoch kurz bevor der Mond seinen niedrigsten Stand erreicht hat. Danach soll beides langsamer wachsen.
Je nachdem in welchem Sternbild der Mond gerade steht, werden im Kalender die sogenannten Frucht-, Wurzel-, Blüten- oder Blatttage festgelegt. Diese ergeben eine Kombination verschiedener Tage, an denen bestimmte Pflanzen gesät, gepflanzt, geerntet oder geschnitten werden können.
Der Mond – Wann welche Pflanzen säen oder pflanzen
Zunehmender Mond
In dieser Phase kann alles gepflanzt werden was oberirdisch wächst.
- Artischocken
- Blattgemüse
- Blumenkohl
- Brokkoli
- Brunnenkresse
- Endiviensalat
- Gerste
- Gurken
- Kohl
- Kohlrüben
- Kopfsalat
- Melonen
- Porree
- Spargel
- Spinat
- einjährige Pflanzen
- Rosen
Abnehmender Mond:
In dieser Zeit sollten verschiedene Gemüsesorten gepflanzt werden.
- Rote Beete
- Erdnüsse
- Kartoffeln
- Mohrrüben
- Radieschen
- Rhabarber
- Sellerie
- Setzen von Wurzelgemüse, Zwiebeln und Knollen
Fazit:
Gärtnern nach dem Mondkalender ist eine gute Möglichkeit den eignen Garten auf Vordermann zu bringen und gute Ernten zu erzielen. Hobby Balkongärtner sollten sich aber zunächst intensiv mit dem Thema beschäftigen, um Fehler zu vermeiden. Die jeweilige Witterung der Tage sollte ebenso beachtet werden. Ist zum Beispiel die Witterung am gewünschten Pflanztag ungünstig, sollte 9 Tage gewartet werden. Nach dieser Zeit steht der Mond erneut in einer ähnlich guten Position.