Honigbienen, Wildbienen – alle Insekten, die bestäuben, gehören mit Abstand zu den wichtigsten Tieren für unsere Landwirtschaft. Rund 80 Prozent unserer Pflanzen müssen bestäubt werden. Da zeigt sich, wie wichtig es ist, Honig- und Wildbienen zu schützen. Entscheiden Sie sich daher für bienenfreundliche Blumen auf Ihrem Balkon oder in Ihrem Garten.
Balkonpflanzen für Bienen
Damit Bestäuber Insekten ausreichend Futter, eine Nistgelegenheit und ein Winterquartier bekommen, muss man keinen weitläufigen Naturgarten besitzen. Ein Kübel mit heimischen Balkonpflanzen ist ein wichtiger und nützlicher Beitrag zum Artenschutz. Auch der Balkon oder die Terrasse lässt sich bienenfreundlich gestaltet. Über höhengestaffelte Pflanzen in unterschiedlichen Pflanzgefäßen oder vertikalem Grün an Rankhilfen entsteht eine bunte Oase, die nicht nur Mensch, sondern auch die heimische Tierwelt freuen.
Umso größer der Topf ist, desto besser geht es den Pflanzen. Als Erde empfiehlt sich eine strukturstabile Dachgartenerde. Besonders ratsam ist Intensiv-Substrat mit 70 % mineralischen und 30 % organischen Anteil. Dabei sollte man auf torfhaltige Erde unbedingt verzichten. Für die Bepflanzung kommen ausschließlich trocken- und hitzeresistente sowie windfeste Arten infrage. Außerdem sollte man darauf achten, dass wuchsstarke Pflanzen nicht in einen Topf mit konkurrenzschwachen Pflanzen kommen. Hierbei gilt die Regel: Weniger ist mehr!
Nachfolgend werden einige Balkonpflanzen für Bienen gegenübergestellt, so erhält man einen optimalen Überblick über die heimische Pflanzenwelt.
Große Braunelle
Die Große Braunelle wird im naturnahem Gärten als Zier- und Heilpflanze im Blumenbeet gezogen. Diese Pflanze ist sehr pflegeleicht und kommt im trockenen und verdichteten Boden gleichermaßen gut zurecht. Die Pflanze benötigt einen trockenen oder feuchten Standort an einem sonnigen bis halbschattigen Platz. Damit die Braunelle optimal wachsen kann, benötigt sie einen kalkhaltigen Boden. Die großblütige Braunelle wird als einzelne Staude gezogen. Aufgrund des schnellen Wachstums und der schnellen Ausbreitung bildet die Pflanze dichte Polster unter Bäumen oder vor Gehölzen. Von Juni bis August blühen die weißen, roten und violetten Blüten, die sehr anziehend auf die heimische Insektenwelt wirken.
Heidenelke
Die Heidenelke besiedelt magere sowie sandige Wiesen und Weiden. Außerdem findet man sie oft auf trockenen Böschungen. Die Stiele der Heidenelke verzweigen sich an der Basis und werden bis zu 40 Zentimeter hoch. Den Winter überdauern die Stauden problemlos. Die Heidenelke benötigt einen vollsonnigen und trockenen Standort. Hierbei erweisen sich kiesige und steinige Flächen als optimal. Die Pflanze fühlt sich umso wohler, je offener und wärmer der Platz ist. Die Heidenelke benötigt gut durchlässige Böden. Dabei sollte der pH-Wert im sauren Bereich liegen. Jedoch ist die Pflanze auch in kalkreichen Böden sehr tolerant. Die erfordert keine besonderen Pflegemaßnahmen. Damit die neuen Blüten Platz finden, sollte man das Verblühte regelmäßig entfernen.
Pfirsichblättrige Glockenblume
Die Pfirsichblättrige Glockenblumen kann man sowohl mit lila, blauen und weißen Blüten erwerben. Sie zeigen sich ab Mai und können abhängig vom Standort über 60 Zentimeter hoch werden. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Sibirien bis Europa. Die Pflanze gedeiht am besten an einem halbschattigen bis sonnigen Ort. Auch an einem schattigen Ort wird die Glockenblume glücklich, wenn sie ein paar Sonnenstrahlen erhaschen kann. Sie passt optimal in das Trockenbett oder in einen Steingarten. Die Pfirsichblättrige Glockenblumen stellt keine Ansprüche an den Boden, allerdings sollte sie nicht zu oft unter Wasser stehen.
Pfirsichblättrige Glockenblume
Berg-Steinkraut
Das Berg-Steinkraut zählt zu der Gattung der Kreuzblütengewächse und ist auch unter den Namen gelbes Steinkraut bekannt. Sie kommt in Europa sehr selten vor und ist vom Aussterben bedroht. Das Berg-Steinkraut bevorzugt einen sonnigen Platz und nährstoffarme Böden. Falls der Boden zu stark angereichert ist, neigt die Pflanze zu Blühfaulheit. Dementsprechend gedeiht sie an mageren, sandigen und trockenen Boden am besten.
Gewöhnliches Seifenkraut
Das Seifenkraut zählt zu der Pflanzengattung der Nelkengewächse. Die meisten Pflanzen dieser Gattung wachsen in Asien, Nordamerika und Europa. Alle Arten des Seifenkrauts können ausschließlich an sonnigen Orten gepflanzt werden. Der Boden sollte feucht, locker und kalkhaltig sein. Ein sandiger bis sand- lehmiger Boden ist optimal. Der Pflegeaufwand ist sehr gering. Die Pflanze ist auf regelmäßige Wassergaben angewiesen.
Frühblühender Thymian
Zum perfekten Wuchst muss der Boden für den Thymian durchlässig und trocken sein. Die Blüte beginnt bereits ab April und dauert bis in den späten Sommer hinein. Die Blätter verbreiten einen angenehmen, würzigen Geruch und finden als Kräuter in der Küchen Verwendung. Der Früh blühende Thymian ist sehr pflegeleicht und ist besonders für unerfahrene Pflanzenliebhaber ratsam.
Wiesensalbei
Der Wiesensalbei zählt zu der Familie der Lippenblütler. Der Salbei bevorzugt warme und sonnige Orte mit durchlässigem, stickstoffarmen Boden. In Blumentopf gedeiht die Pflanze mit humusreichem Substrat. Am besten man schneidet den Salbei jedes Jahr im Frühling zurück, damit er nicht überaltert.