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Mein schöner Balkon Garten Blog - Gemüse, Kräuter, Beeren

Rettich anbauen, pflegen & ernten – Mein Garten und Balkon

Rettich (lat. radix = Wurzel) ist ein Kreuzblütlergewächs und wird traditionell im Garten angebaut. Ursprünglich stammt er aus Ägypten. Über China und Griechenland gelangte er zu den Römern, die ihn im 13. Jahrhundert nach Deutschland brachten. Und jetzt baue ich ihn mir selbst auf meinem Balkongarten an. In diesem Text möchte ich zum Rettich pflanzen ein paar Tipps geben.

Welche Rettichsorten eignen sich für den Balkongarten?

Unterschieden wird zwischen Sommer- und Winterrettich sowie große und kleine Rettiche. Wenig Pflege und Platz bei den großen Rettichen benötigen weißer Rettich, schwarzer Rettich und roter Rettich. Die kleinen bis mittelgroßen Rettichsorten sind Radieschen. Wie ich Radieschen anbaue mehr dazu hier.

  • Radieschen eignen sich am besten für den Balkon, da sie Schwachzehrer sind, nur ein Gefäß mit 10 cm Höhe benötigen und eng gepflanzt werden können.
  • Gartenrettich eignet sich mit seinen 20 Zentimetern ebenfalls als Balkonpflanze.
  • Eiszapfen können aufgrund ihres schmalen und länglichen Wuchses (10-15 Zentimeter) gut in tiefen Kübeln gepflanzt werden.
  • Münchner Bierrettich mittelgroß, oval und daher auch für Kästen gut geeignet.
  • Winterrettich gibt es rund oder länglich. Er wird 18-25 cm. Der Balkonkasten sollte tief genug sein, um der Wurzel Platz zu bieten.

Wie baue ich Rettiche auf dem Balkon an?

Wer Rettich im Topf anbauen möchte, sollte ein passendes Gefäß wählen. Für höhere Sorten kann auch ein Balkonhochbeet oder ein Kübel gewählt werden. Der Pflanzkasten soll genügend Platz für die Rettichwurzel bieten.

Rettich Standort richtig wählen

Der Balkon sollte ausreichend Platz und Statik für die ausgewählten Behälter bieten. Das Rettichgemüse liebt einen windgeschützten Standort, sonnigen Standort ohne Hitzestau.

Welche Erde braucht Rettich im Garten?

Rettich als Tiefwurzler benötigt einen tiefen Boden, idealerweise sandig-lehmig. Falls nur normale Gartenerde vorhanden ist, auf jeden Fall etwas Sand und Humus untermischen.

Rettich – Die Aussaat Anleitung

Frühe Sorten können schon Anfang März ausgesät werden. Rettich pflanzen ist eher unüblich. In der Regel erfolgt die Aussaat von Rettich und ist je Sort unterschiedlich. Während die frühen Sorten mit 20 Zentimeter Reihenabstand auskommen, sollte dieser bei Winterrettichen mindestens 30 Zentimeter betragen. Den Rettichsamen ca. 2-3 Zentimeter tief aussäen. Bei runden Sorten reicht es aus, wenn sie mit einer dünnen Erdschicht bedeckt sind. Die Aussaat gut angießen.

Rettiche die richtige Pflege

Sobald die ersten Keimlinge zu sehen sind – nach ca. einer Woche – können sie ausgedünnt werden. Rettich ist eine anspruchslose Pflanze und begnügt sich mit regelmäßigem Gießen. Wichtig für das gesunde Wachstum ist eine ständige Kontrolle der Pflanzen.

Wasserbedarf – Rettiche richtig gießen

Speziell in Töpfen gezogener Rettich muss häufig gegossen werden, da die Speichermenge gering ist. Hat der Rettich Wassermangel kann es dazu kommen das er in die Höhe schießt!

Brauchen Rettichpflanzen Dünger?

Beim Anbau in Kästen oder Kübeln ist eine regelmäßige Düngung wichtig, da der Boden nicht viel Speicherkapazität hat. Biologisch gedüngte Pflanzen werden geschmacksintensiver und sind weniger schadstoffbelastet. Neben Kompost (ca. 3 Liter je Quadratmeter), eignen sich Horndünger und flüssige Naturdünger. Ich mische wie immer anfangs etwas Wurmhumus in die Erde, das versorgt den Rettich mit allen wichtigen Nährstoffen. Wie lange hält Dünger? Hier klicken!

Münchner Bierrettich

Münchner Bierrettich

Welche Schädlinge und Krankheiten kann den Rettich befallen?

Leider sind vor der erfolgreichen Balkon Ernte Hindernisse in Form von Schädlingsbefall möglich. Nachfolgend Tipps zum Umgang mit Schädlingen:

  • Erdflöhe beschädigen Jungpflanzen. Präventiv kann ein Netz aus feinem Stoff schützen. Bei Befall die Pflanze zum Beispiel mit Wermuttee besprühen.
  • Kohlfliegen beschädigen die Wurzeln. Präventiv kann Erde am Strunk angehäufelt werden. Bei Befall bleibt nichts anderes übrig, als den Strunk zu entfernen und zu entsorgen.
  • Kohlweißlinge legen ihre Eier an der Blattunterseite. Präventiv die Blattunterseite absuchen. Bei Befall, Blätter entfernen.
  • Falscher Mehltau beschädigt die Blätter. Präventiv nicht zu stickstoffhaltig düngen und mit pilzhemmenden Pflanzenextrakten besprühen.
  • Blattläuse schwächen die Pflanzen. Präventiv die Pflanze regelmäßig gießen und nicht überdüngen. Bei Befall zum Beispiel mit Spülmittel- oder Öl-Präparaten behandeln. Hier kann auch präventiv Neemöl helfen!

Wo kann man Rettichsamen kaufen?

Rettichsamen können in Baumärkten, Gärtnereien, Supermärkten und Online gekauft werden. Mittels Suchmaschinen können bestimmte Sorten, zum Beispiel für den Balkon, gesucht werden.

Wann kann man Rettich ernten?

Abhängig von der Witterung kann der erste Rettich ca. 8-10 Wochen nach Aussaat geerntet werden. Wenn er im Frühjahr angesät wurde, kann es schon der erste geschmackvolle Ostergruß sein. Die späten Sorten benötigen etwa 13-15 Wochen. Die Knollen ernten, bevor sie ihre volle Größe erreicht haben. Dann bleiben sie schön knackig und geschmackig. Überreife Rettiche werden holzig und hart.

Welche Nähr- und Inhaltstoffe haben Rettiche?

Rettich enthält je 100 Gramm:

  • 2,5 g Ballaststoff
  • 1,9 g Kohlenhydrate
  • 1,0 g Eiweiß
  • 0,2 g Fett
  • 29 mg Vitamin C

Ist Rettich gesund?

Schon die alten Ägypter schätzten Rettich als Heilmittel. Aufgrund der in ihm enthaltenen Senföle und Bitterstoffe hat er eine entschlackende, antibakterielle Wirkung und unterstützt die Leber- und Gallenfunktion. Weiterhin ist die gesunde Knolle Lieferant von Vitamin C, Carotin, B-Vitaminen und zahlreichen Mineralien – allen voran Kalium. Rettich hat praktisch kein Fett.

Sind Rettiche für Tiere giftig?

Rettich ist nicht giftig für Tiere – sie sterben nicht am Verzehr. Allerdings sollte er nicht bewusst verfüttert werden, da er für Tiergaumen zu scharf ist und die enthaltenen Senföle Blähungen verursachen können.

Wie kann man frischen Rettich am besten aufbewahren?

Rettich kann monatelang gelagert werden ohne großen Geschmacks- und Qualitätsverlust. Vor der Lagerung immer das Grün entfernen. Im Kühlschrank kann der Rettich über ein Woche aufbewahrt werden. Im Winter kann Spätrettich im Keller eingelagert werden. Tipp: mit Sand bedecken, dann lässt er sich bis zu 4 Monate lagern. Auf keinen Fall den Rettich mit Obst einlagern, da das ausströmende Ethylen das Verderben beschleunigt.

Fazit:

Frisch aus dem Garten, eigenhändig geerntet ist das Wurzelgemüse ein gesunder Begleiter. Und Rettich roh gegessen ist ein Genuß! Der würzige Geschmack mit leichter bis brennender Schärfe ist als „Radi“ im Biergarten Kult. Und Rettich hat wenig Kalorien für den Verzehr ohne Reue! Ich finde Rettich ist ein tolles Balkongemüse!